Tondachziegel oder Betondachsteine: was wählen?
Das Gewicht entscheidet hier häufiger als Preis oder Optik.
Tonziegel sind gebrannter Ton. Sie halten ihre Farbe praktisch dauerhaft, weil die Farbe das Material ist, wiegen etwa 40 bis 45 Kilogramm je Quadratmeter und kosten mehr. Betondachsteine werden aus Sand und Zement geformt und erhalten eine pigmentierte Deckschicht; sie wiegen rund 45 bis 55 Kilogramm je Quadratmeter und kosten spürbar weniger. Beide halten bei fachgerechter Deckung regelmäßig fünfzig Jahre und länger.
Erst die Statik, dann die Ausstellung
Zehn Kilogramm Unterschied je Quadratmeter klingen belanglos, bis man sie über ein Dach multipliziert. Auf 150 Quadratmetern sind das 1,5 Tonnen zusätzliche ständige Last. Wer eine vorhandene Deckung durch eine schwerere ersetzt, muss das Tragwerk prüfen lassen statt es anzunehmen, besonders bei älteren Gebäuden, die ursprünglich für Schiefer oder leichte Ziegel ausgelegt wurden. Diese Prüfung kostet einen Bruchteil der Ziegel und ist kein Schritt zum Auslassen.
Wie sie altern
Betondachsteine verblassen. Das Pigment sitzt in einer Deckschicht, und nach fünfzehn bis zwanzig Jahren lässt die Farbe sichtbar nach, vor allem auf Südflächen. Beton neigt zudem eher zu Moosbewuchs, weil die Oberfläche etwas poröser ist und Feuchtigkeit hält. Ton verwittert, statt zu verblassen, und viele finden, dass er dadurch gewinnt. Keines von beidem ist ein Mangel; die Frage ist, was Sie in zwanzig Jahren ansehen wollen und ob eine Teilreparatur je zum Bestand passen muss.
Einzelne Steine lassen sich bei beiden Materialien tauschen, aber einen verblassten Betonstein farblich zu treffen ist schwierig, während Ton in der Regel problemlos passt.
Praxistipp
Bestellen Sie fünf Prozent mehr und lagern Sie sie wettergeschützt. Dachziegel gehen durch Leitern, herabfallende Äste und Begehung bei anderen Arbeiten zu Bruch, und ein chargengleicher Vorrat macht aus einem dringenden Dachdeckereinsatz eine Nachmittagsarbeit.
Fazit
Beton kostet weniger und wiegt mehr; Ton kostet mehr und behält sein Aussehen. Prüfen Sie vor der Bestellung, ob das Tragwerk Ihre Wahl trägt. Mit unserem Dachrechner rechnen Sie Dachneigung und Grundfläche in die tatsächliche Dachfläche um, die immer größer ist als der Grundriss vermuten lässt.
Veröffentlicht: 2026-06-27 | Von MaterialPilot Redaktion